Wie sollen wir Porzellanpuppen behandeln und pflegen?

Ein wichtiger Aspekt des Sammelns von Puppen, den ungeduldige Sammler oft übersehen, ist der Schutz der Puppen vor ungünstigen Einflüssen. Es handelt sich dabei insbesondere um den Schutz vor Wärme, Licht, Schmutz, Staub und Insekten. Mit Pflege und Wartung, gegebenenfalls mit Konservierung erreichen wir, dass unsere Schätze uns lange Zeit Freude bereiten und auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben können.

Zur Reinigung der Puppen benutzen wir weiße Tücher, um zu sehen, ob wir nur Schmutz oder auch Farbe wegwischen (einige Teile der Puppe können mit ungebrannten Farben koloriert sein). Wir arbeiten nur bei sehr guter Beleuchtung. Ideal ist eine Lampe, die vollkommen dem Tageslichtspektrum entspricht.

Tageslicht: Tageslicht kann zu großen Problemen mit dem Verblassen des Gesichts führen. Wir müssen unsere Puppen vor intensivem Sonnenschein schützen.

Künstliches Licht: Bei künstlichem Licht können auch die Kleider ausbleichen. Je weiter die Puppen von der Lichtquelle entfernt sind, um so besser für sie. Die Beleuchtung sollte indirekt sein. Vor unerwünschten Einwirkungen künstlichen Lichts schützen wir unsere Puppen vollkommen, wenn wir die Leuchtkörper mit Filtern abdecken, die ultraviolette Strahlung absorbieren.

Beleuchtung in der Vitrine mit Puppen: Soweit es sich nicht um kaltes Licht mit UV-Filtern handelt, bringen wir in der Vitrine selbst keinerlei Leuchten an.

Von rohem Holz droht Gefahr: Rohes Holz enthält eine sauere Substanz, das Lignin - wenn wir die Puppen direkt auf rohes Holz legen, kann das Gewebe braun verfärben; eigentlich verbrennt es langsam. Deshalb sollten wir nie etwas auf unbedecktes Holz ablegen. Im Regal können wir als Isolierschicht Musselin verwenden, welches als Unterlage vollkommen ausreicht.

Temperatur: Die Idealtemperatur für Puppen liegt annähernd bei 18° - 21° C (65° -70°F). Die Temperatur kann um 10 % schwanken, ohne dass es zu dauerhaften Schäden an den Puppen kommt. Wir sollten sie keinesfalls in einem heißen oder kalten Dach- bzw. Untergeschoss, sondern in Räumen mit Temperaturregulierung lagern.

Lagerung der Puppen: Wichtig ist der Schutz der Puppen vor sauren Substanzen. Wir verwenden deshalb pH-neutrale Hüllen und bewahren die Puppen nicht in Pappschachteln auf, die sie mit ihrem Säuregehalt beschädigen könnten. Wenn wir die Puppe oder ihre Kleidung zum Einlagern vorbereiten, verwenden wir pH-neutrales Papier und keinesfalls luftundurchlässige Plaststoffe. Einige Plaste setzen Gase frei, die Puppen und Gewebe beschädigen können. Viele Kunststoffbehälter oder -taschen halten Feuchtigkeit zurück und fördern so die Bildung von Schimmel.

Ständer für Puppen: Metallständer können dort, wo die Puppen lange Zeit anliegen Schadstellen hervorrufen.

Schutz vor Insekten: Bei weitem das Beste, was wir im Kampf gegen Insekten tun können, ist, unsere Puppen und ihre Kleidung vor dem Hautfett unserer Hände zu bewahren. Wenn Insekten die Puppe befallen haben, versuchen wir, die Perücke und das Zubehör einzufrosten. Finden wir Insekteneier, empfiehlt es sich, sie mit einem Kleinstaubsauger abzusaugen. Zur Beseitigung der Eier können wir auch eine Bürste verwenden. Ein gutes Repellent gegen Insekten ist Zedernholz, das die Insekten abstößt aber nicht tötet. Wenn unsere Puppe von Motten befallen ist, müssen wir jedes Mottenloch extra aussaugen. Wir sollten unsere Puppen regelmäßig, am besten einmal jährlich, auf Insektenbefall hin kontrollieren.

Mottenkugeln (Naphthalin): Wir müssen darauf achten, dass das Mottenmittel nicht in direkten Kontakt mit den Puppen kommt. Wir können ein paar Kugeln in Musselin einlegen, verpacken und im oberen Teil der Vitrine mit den Puppen anbringen (hier wird schweres Gas freigesetzt, das nach unten sinkt und somit die ganze Vitrine schützt). Eine von Motten befallene Puppe können wir so behandeln, dass wir in alle vier Ecken der Schachtel, in der die Puppe liegt, Naphthalinperlen streuen. Einer solchen Schachtel dürfen wir aber keinerlei Metallgegenstände beifügen, da es sonst zu unerwünschten chemischen Reaktionen kommen könnte.

Feuchtigkeit: In Glasvitrinen können wir Maßnahmen gegen Feuchtigkeit ergreifen. Bei zu hoher Feuchtigkeit können wir Granulate verwenden, die Feuchtigkeit absorbieren. Schränke, in denen wir Puppen aufbewahren, sollten nicht hermetisch verschlossen sein - sind sie allzu trocken, kann die Luftfeuchtigkeit durch eine Schüssel mit Wasser, die wir auf den Schrankboden stellen, erhöht werden. In jedem Falle sollten wir uns bemühen, eine konstante Luftfeuchtigkeit zu erhalten.

Schmutz und Staub: Wir sollten unsere Puppen in einem geschlossenen Schrank unterbringen, denn Schmutz und Staub können das Gewebe im Laufe der Zeit beschädigen und Insekten anlocken. Auch die Luftsauberkeit spielt eine gewisse Rolle. Schmutzstoffe, die in der Außenluft enthalten sind, können schädlich sein. Sind die Puppen schmutzig oder verstaubt, können wir sie mit einem Kleinstaubsauger oder (jedoch vorsichtig) mit einem Gebläse säubern.

Haarwäsche bei Puppen: Beim Haarewaschen verfahren wir sehr vorsichtig, dabei ist auf die Art des Haarmaterials zu achten, so kann zum Beispiel Mohär zerfallen. Für synthetisches und echtes Haar ist ein Konditioner geeignet, der verhindert, dass das Haar strubbelig und stumpf wird. Als Shampoon verwenden wir feine flüssige Seife oder Kindershampoon. Beim Waschen des Puppenhaars müssen wir darauf achten, dass das Haarnetz nicht nass wird. Sollte das jedoch geschehen, müssen wir es der Puppe sofort auf das Köpfchen geben, da es sonst zusammenschrumpft! Zum Schutz vor Wasser können wir die Puppe während des Haarewaschens in Stanniol oder Igelit einwickeln.

Das Kämmen: Zum Haarekämmen können wir einen Metallkamm, zum Beispiel einen Kamm für Haustiere verwenden. Sehr zartes Haar kann mit einem elektrischen Flohkamm gekämmt werden.

Das Auskämmen von Mohärperücken: Mohärperücken können wir mit einer Nadel auskämmen, was vielleicht die einzige Möglichkeit ist, diese überaus zarte, verstrubbelte Perücke zu ordnen. Wir verwenden dazu eine Hut- oder eine große Tapeziernadel. Mit den Nadeln lockern und trennen wir die einzelnen Locken. Wir beginnen von den Enden her und kämmen dann strähnenweise durch. Das kann ein sehr langwieriger und zeitaufwendiger Prozess sein.

Malen: Soweit wir im Rahmen unserer restauratorischen Bemühungen auch malen, verwenden wir Akrylfarben auf Wasserbasis (sie sind weniger schädlich als Ölfarben, löslicher und bewahren beim Trocknen den Farbton, den wir beim Mischen erzielt hatten). Vor dem Malen tragen wir eine neutrale Unterschicht wie zum Beispiel PVA auf. Das Mischen der Farben nehmen wir bei Tageslicht, nach Möglichkeit mittags, vor, denn am Morgen oder am Abend ist das Licht stark gelbstichig, und wir treffen zu diesen Tageszeiten nicht den richtigen Farbton. Wir können auch, wenn unsere Lichtquelle ein ausgewogenes Spektrum aufweist, das dem des Tageslichts sehr nahe kommt, bei Kunstlicht mischen.

Chlor und Keramik: Zum Reinigen von Keramik verwenden wir nie Chlor, denn es kann Salzbeläge bilden, die erst nach Jahren zum Vorschein kommen.



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